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Es gibt zwei Arten, zum Sofortankauf zu kommen. Die eine: Sie haben einen Termin, der nicht verhandelbar ist – ein Jobangebot in einer anderen Stadt, ein Pflegefall in der Familie, ein Neustart, für den Sie Kapital brauchen. Die andere: Die Situation hat sich verändert, und jetzt läuft die Zeit gegen Sie. Eine Scheidung, die sich hinzieht und dabei jeden Monat zwei Haushalte finanziert. Zwei Kredite, weil das neue Objekt schon gekauft war, bevor das alte einen Käufer gefunden hat. Beide Ausgangspunkte landen beim selben Gedanken: Wie lange kann ich mir den klassischen Weg noch leisten?
Was dieser Artikel liefert: einen ehrlichen Überblick über den Ablauf, die Fristen und – das Entscheidende – den Preisabschlag, den ein Sofortankauf in Baden-Württemberg typischerweise bedeutet. Ohne diese Zahl ist jede Beratung ein Werbetext.
Ein Sofortankauf ist kein Marktpreis – er ist ein Preis, der das Risiko und die Kapitalkosten des Käufers einschließt. Dieser Käufer trägt das Vermarktungsrisiko, bindet Kapital und hat keine Gewissheit, zu welchem Preis er das Objekt später weitergeben kann. Dieser Risikoaufschlag wird von Ihrem Kaufpreis abgezogen.
In der Praxis liegt der Abschlag bei seriösen Anbietern zwischen 15 und 30 Prozent unter dem aktuellen Marktwert. Die Spanne ist real, nicht rhetorisch:
Den aktuellen Marktwert Ihrer Immobilie können Sie unabhängig über das Bodenrichtwertinformationssystem des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Baden-Württemberg (BORIS-BW) einschätzen. Das gibt Ihnen eine externe Referenz, bevor Sie ein Angebot bewerten – wer kein Gefühl für den Marktwert hat, kann nicht beurteilen, ob 20 Prozent Abschlag akzeptabel oder zu viel sind.
Eine Scheidung allein beendet keine gemeinsame Eigentümerschaft. Beide Partner bleiben im Grundbuch eingetragen, bis eine der folgenden Situationen eingetreten ist: Ein Partner kauft den anderen aus. Die Immobilie wird gemeinsam verkauft. Oder ein Gericht greift ein.
Das BGB kennt zwei Instrumente, die bei Streit über die Ehewohnung relevant werden können (Orientierung – ersetzt keine Rechtsberatung, Stand: September 2026):
Ein Sofortankauf setzt die Zustimmung aller im Grundbuch eingetragenen Eigentümer voraus. Er umgeht den Konflikt nicht, er löst ihn auf eine andere Weise: Ein konkretes, schriftliches Angebot macht das Ergebnis greifbar und gibt beiden Seiten eine gemeinsame Grundlage. In der Praxis ist ein vorliegendes Angebot oft der einzige Weg, eine Einigung zu erzielen, die schnell genug kommt, um die Doppelbelastung zu beenden.
Das Muster ist immer ähnlich: Der neue Kredit war genehmigt, der Kaufvertrag unterschrieben – und der alte Verkauf dauert länger als geplant. Drei Monate Brückenfinanzierung wurden sechs, dann neun. Jetzt kosten beide Objekte zusammen mehr, als das monatliche Einkommen tragen kann.
Was diese Situation besonders gefährlich macht: Es ist kein dramatischer Einzelfall, sondern ein gleitender Zustand. Ein Monat lässt sich überbrücken. Nach dem dritten fängt die Reserve an zu schrumpfen. Wer zu diesem Zeitpunkt einen Sofortankäufer kontaktiert, hat noch Verhandlungsspielraum. Wer wartet, bis der Druck sichtbar ist – bis zur Zahlungsverspätung, bis zum Brief der Bank – verliert genau die Verhandlungsposition, die einen besseren Preis ausgemacht hätte.
Die Faustregel: Sobald absehbar ist, dass die Doppelbelastung länger als zwei Monate anhalten wird, lohnt sich ein erstes, unverbindliches Gespräch. Nicht um sofort zu verkaufen, sondern um zu wissen, in welchem Korridor sich ein Angebot bewegen würde – und ob es sinnvoller ist, diesen Weg zu gehen oder den klassischen Verkauf zu intensivieren.
Sie nennen die wesentlichen Eckdaten: Adresse, Wohnfläche, Baujahr, aktueller Zustand, Nutzung (selbst bewohnt, vermietet, leer) und bekannte Belastungen. Auf dieser Basis entscheidet der Käufer, ob das Objekt in sein Ankaufsprofil passt, und nennt Ihnen eine erste Preisspanne. Das ist noch kein verbindliches Angebot – aber es klärt schnell, ob eine Besichtigung sinnvoll ist.
Ohne Besichtigung gibt es kein verbindliches Angebot. Ein seriöser Sofortankäufer kommt persönlich oder schickt einen Sachverständigen. Die Besichtigung dauert 30 bis 90 Minuten und umfasst alle relevanten Bereiche: Keller, Dach, Fassade, technische Installationen, Zustand der Innenräume. Mängel, die dabei nicht genannt wurden und später auftauchen, führen zur Nachverhandlung oder zum Rücktritt.
Das Angebot muss den Kaufpreis, die vorgeschlagene Zahlungsmodalität, den angestrebten Notartermin und alle Bedingungen klar benennen – zum Beispiel eine aufschiebende Bedingung für die Finanzierungsbestätigung. Nehmen Sie sich Zeit für die Prüfung. Ein seriöser Käufer drängt nicht auf sofortige Entscheidung. Vergleichen Sie den Preis mit dem Marktwert aus BORIS-BW oder einem unabhängigen Gutachten.
Nach § 311b Abs. 1 BGB ist ein Grundstückskaufvertrag zwingend notariell zu beurkunden – ohne Notar ist der Vertrag nichtig, unabhängig davon, was sonst vereinbart wurde. Der Notar prüft das Grundbuch, klärt eventuelle Vorkaufsrechte (nach § 24 BauGB bei Gemeinden relevant) und sorgt dafür, dass alle Grundbucheigentümer unterschreiben. Die Notarkosten nach GNotKG trägt üblicherweise der Käufer – das sollte im Angebot ausdrücklich geregelt sein.
Gezahlt wird erst, wenn der Notar die Auflassungsvormerkung im Grundbuch eingetragen hat und alle vertraglichen Voraussetzungen erfüllt sind – typischerweise also nachdem Ihre Bank die Löschungsbewilligung für eine bestehende Grundschuld ausgestellt hat. Die Dauer zwischen Notartermin und Zahlungseingang hängt vom zuständigen Grundbuchamt ab; rechnen Sie in Baden-Württemberg mit 2 bis 4 Wochen als realem Richtwert, je nach Auslastung des jeweiligen Amtsgerichts.
Gesamtdauer: Vom Erstkontakt bis zum Geldeingang vergehen beim Sofortankauf typischerweise 4 bis 8 Wochen – gegenüber 3 bis 9 Monaten beim klassischen Verkauf über Makler und Portale.
Einige Punkte können den Ablauf verzögern oder den Preis nachträglich drücken, wenn sie nicht vorab bekannt sind:
In Baden-Württemberg beträgt die Grunderwerbsteuer seit November 2011 5,0 Prozent des Kaufpreises (Quelle: Finanzministerium Baden-Württemberg). Sie fällt beim Käufer an. Beim Sofortankauf ist es üblich, dass der Käufer die Grunderwerbsteuer, die Notarkosten und die Grundbucheintragungskosten übernimmt – das ist jedoch keine gesetzliche Pflicht und muss im Angebot ausdrücklich geregelt sein. (Stand: September 2026)
Nicht jedes Angebot, das „schnell" verspricht, ist seriös. Einige Kriterien, die bei der Einschätzung helfen:
Ein Sofortankauf ist die richtige Wahl, wenn:
Er ist nicht die richtige Wahl, wenn:
immozeit ist ein inhabergeführtes Unternehmen mit Sitz in Kornwestheim, zwischen Stuttgart und dem Remstal. Für Objekte in Baden-Württemberg arbeiten wir direkt und aus Kenntnis des lokalen Marktes – der Bodenrichtwerte nach BORIS-BW, der typischen Angebotszeiten und der Käuferprofile in den verschiedenen Regionen des Landes. Für Anfragen aus anderen Bundesländern arbeiten wir mit lokalen Partnern zusammen; eigene Niederlassungen außerhalb von Baden-Württemberg gibt es nicht.
Weitere Hintergrundartikel zum Thema Immobilienverkauf finden Sie im Blog.
Wenn Sie sich in einer der beschriebenen Situationen befinden – laufende Scheidung, Doppelfinanzierung, nicht verschiebbarer Termin – dann ist der erste sinnvolle Schritt ein unverbindliches Gespräch. Kein Angebot, keine Verpflichtung: Sie beschreiben Ihre Situation, wir sagen Ihnen, ob ein Sofortankauf für Ihr Objekt und Ihre Lage realistisch ist und in welchem Preiskorridor wir uns bewegen würden. Nutzen Sie das Formular auf dieser Seite – Sie erhalten innerhalb von 48 Stunden eine erste Rückmeldung.
Über den Autor
Redaktion · Immozeit Ankauf
Das Redaktionsteam von Immozeit Ankauf. Wir schreiben über den Immobilienmarkt in der Region Stuttgart, Ludwigsburg und Kornwestheim — aus der täglichen Praxis unseres inhabergeführten Maklerbüros.
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